Im Frühling zeigt die Natur auf beindruckende Art und Weise, wie mit Hindernissen umgegangen werden kann: trotz zaghaften Temperaturen, Wind und vereinzelten Schneefällen zeigen sich Schneeglöckchen, Krokusse und Osterglocken unbeirrt und in ihrer leuchtenden Pracht. Unser Tipp deshalb für Sie: Suchen Sie nicht nach zu viele Hindernissen und tappen Sie nicht in die Ja, aber-Falle. Erfreuen Sie sich stattdessen an dem, was Sie bisher erreicht haben, setzen Sie sich Ziele und freuen Sie sich jeden Tag über Ihre Erfolge!
Mit den besten Grüssen, viel Spass beim Lesen und schöne Ostern!
Dr. Evéline Huber und Stéphanie Huber
News
Anmeldungen für die Workshops NEU via Onlineformular
Stéphanie Huber hat Ihnen zur erleichterten Anmeldung für die Kurse neu ein Onflinformular aufgeschaltet. Neu können Sie sich direkt auf der Website via Onlineformular für die Kurse und Workshops anmelden. Hier geht’s zur Anmeldung: weitblick-consulting.ch/fuumlr-privatpersonen.html
Blog
Ab April 2015 startet Weitblick Consulting ein Experiment: Mehrfach ist an uns herangetragen worden, dass es für (Nachwuchs-) WissenschaftlerInnen schwierig ist sich in der grossen weiten Welt zu präsentieren und auf ihre Publikationen aufmerksam zu machen. Nun bietet Weitblick Consulting ab April 2015 die Möglichkeit sich auf unserem neuen Blog zu präsentieren! Sie haben die Möglichkeit ihre Forschungen, Publikationen, Konzepte, Ideen und was Sie sonst noch in petto haben auf unserem Blog zu veröffentlichen. Moderiert wird der Blog von Stéphanie Huber. Wollen Sie sich sichtbar machen? Ihre Ideen teilen und mit anderen in Kontakt treten? Wunderbar! Dann nutzen Sie diese Möglichkeit. Ihre Beiträge können Sie ab sofort einsenden an: s.huber@weitblick-consulting.ch
Viel Spass!
Veranstaltungen
Für folgende Workshops im Frühling hat es noch freie Plätze:
07.05.2015: Das Harvard-Konzept
11.06.2015: Kommunikationspsychologie: Was ist das?
Ebenfalls sind die Workshops für Herbst 2015 freigeschaltet:
24.09.2015: Umgang mit Konflikten
08.10.2015: Gekonnt schwierige Gespräche führen
29.10.2015: Selbstmanagement
19.11.2015: Übungsabend Konflikte und Konfliktgespräche
10.12.2015: Standortbestimmung
Die Ausschreibungen und Anmeldeformulare finden Sie auf weitblick-consulting.ch
Inhaltliches
Publikationen
Auf hrundleadership sind zwei Blogs von Dr. Evéline Huber veröffentlicht worden:
- März: Berufs- und Privatleben: Status quo
- April: Mami entscheidet und Papi zahlt…wie der Berufswunsch junger Frauen beeinflusst wird.
Wir freuen uns auf viele likes!
Dissertation von Dr. Jeannine Wintzer
Weitblick Consulting freut sich, dass uns Dr. Jeannine Wintzer (Universität Bern, Geographisches Institut, Gruppe Humangeographie; giub.unibe.ch) einen Einblick in ihre Dissertation gewährt und gratulieren ihr ganz herzlich zu ihrem erfolgreichen Abschluss!
Mutter – Vater – Kinder: Ansichten der Bevölkerungsforschung
Spiegel Online (12.02.2015) titelt „Wer keine Kinder bekommt, ist egoistisch“ und bezieht sich dabei auf eine Aussage von Papst Franziskus, der „3 Kinder für ideal hält“. Die Drei-Kinder-Familie soll auch in Japan neues Staatsziel werden (NZZ 03.06.2014) und die Zeit (14.01.2015) blogt über Chinas Abkehr von der Ein-Kind- hin zur Mehr-Kinder-Politik. Auch in Europa machen sich die Print- und Onlinemedien Gedanken über den Bevölkerungsrückgang. Die Süddeutsche Zeitung (26.10.2011) bescheinigt Deutschland einen „Verlust an Vitalität“, die Faz (08.02.2010) betont, dass „Frankreich altert“, das Handelsblatt (16.01.2014) beschäftigt sich mit der „wahren Zeitbombe“ Griechenlands und die Welt (10.07.2013) zieht Bilanz: „nicht nur Europa,[sondern] die ganze Welt vergreist“. Nur die Schweiz ist zurückhaltend. Das liegt nach Beat Fux (NZZ 06.04.2010) daran, dass die Demographie in der Schweiz ein Schattendasein fristet; bis jetzt, denn der „demographische Wandel [mache] auch vor der Schweiz nicht halt“. Während die Schlagzeilen der 1980er und 1990er Jahre vor allem von Überbevölkerungsszenarien geprägt waren, dominieren seit der Jahrtausendwende vor allem Alterungs- und Unterbevölkerungsszenarien in den Print- und Onlinemedien. Im Kontext von Nachhaltigkeitsdiskussionen überrascht diese Entwicklung und es muss danach gefragt werden: Was ist so faszinierend an Bevölkerungsprognosen?
Diese Frage ist besonders deshalb interessant, weil „Bevölkerung“ weder in der Vergangenheit und Gegenwart noch in der Zukunft ein sichtbarer Gegenstand ist, der durch Anschauung beschrieben werden könnte? Bevölkerung kann man nicht sehen; daher muss „Bevölkerung“ zunächst als Objekt konstruiert werden, damit es beschreibbar ist. Diese Konstruktion von Bevölkerung erfolgt durch die Methoden der Statistik, die als mathematische Disziplin das Sammeln von Daten und deren Darstellung durch Mittelwerte, Abweichungen und Korrelationen gewährleistet und als Konsequenz die Bevölkerung eines Staates, einer Region, Stadt usw. erschaffen. Die Ermittlung von Bevölkerungsinformationen lässt sich bis 3000 Jahre v. Chr. in Ägypten zurückverfolgen. Eine systematische Sammlung von Bevölkerungsdaten beginnt jedoch erst im Zuge der Nationalstaatsentstehung im 17. Jahrhundert. Da entdeckt der merkantilistische Staat den Bürger als Produzenten, Steuerzahler, Verbraucher und Soldat (Michel 2009:5ff). Hier entwickeln sich auch der Begriff und die wissenschaftliche Disziplin „Statistik“ (lat.: den Staat betreffend), was den Bürger zu Objekten der Wissenschaft macht.
BevölkerungswissenschaftlerInnen machen sich diese Methoden zu Nutze und gehen damit davon aus, dass die ermittelten statistischen Zahlen sowohl die Gesellschaft als Ganzes als auch die Bedürfnisse der Individuen wiedergeben würden. An einem Beispiel möchte ich zeigen, dass dem nicht so ist, sondern dass statistische Zahlen einzig und allein die Bedürfnisse des Staates wiederspiegeln.
Das Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung gab im Jahr 2005 ein Heft zur „Demographischen Zukunft der Nation“ heraus. Darin formulieren sie unter anderem Folgendes:
„Deutschlands Frauen bekommen so wenige Kinder wie fast nirgendwo in der Welt. Die durchschnittliche Zahl von 1,37 reicht bei weitem nicht aus, um die Bevölkerungszahl stabil zu halten. Dafür wären 2,1 Kinder nötig“ (Kröhnert et al. 2005: 12).
Zunächst ein klassisches Zitat der Bevölkerungsforschung, wie es auch außerhalb Deutschlands die Medien und politischen Diskussionen bestimmt. Personen wurden gezählt, ein Durchschnitt wurde berechnet und MitarbeiterInnen eines wissenschaftlichen Instituts haben die berechneten Zahlen interpretiert und ziehen nun Bilanz. Uwe Vormbusch (2007) nennt dieses Vorgehen „Soziokalkulation“. Das bedeutet erstens, dass das Soziale durch das Nummerische repräsentiert wird und dass diese Quantifizierung dennoch qualitative Eigenschaften von Personengruppen (Frauen, Männer usw.) wiedergibt. Es stellt sich die Frage, ob dies überhaupt möglich ist, vor allem auch, wenn man bedenkt, dass die numerische Darstellung scheinbar homogene Gruppen von Frauen und Männern herstellt, was in einer individualisierten Gesellschaft nicht der Fall sein dürfte. Damit wird das Soziale zweitens einem Vergleich zugänglich von wenig-viel, weniger-mehr, negativ-positiv, obwohl sich Soziales grundsätzlich nicht miteinander vergleichen lässt. Dies wiederum ermöglicht drittens die Interpretation von Abweichung im Hinblick auf eine normale Entwicklung von Bevölkerung, obwohl dabei die Frage offen bleibt, was denn das Normale einer Bevölkerung überhaupt sei. Viertens wird am Zitat deutlich, dass Bevölkerungsinformationen nie nur beschreibend im Sinne von „etwas ist so“ sind, sondern gleichzeitig Handlungserwartungen im Sinne von „etwas sollte so (nicht) sein“ einfordern. Damit wird nicht nur ganz selbstverständlich davon ausgegangen, dass Frauen Kinder bekommen, sondern dass Frauen eine bestimmte Anzahl von Kindern bekommen müssen, obwohl schon David Hume darauf hinwies, dass es ein naturalistischer Fehlschluss ist, aus „dem Sein ein Sollen abzuleiten“ (vgl. Hume zit. in Kutschera 1977); also aus der biologischen Möglichkeit für Kinder eine normative Erwartung zu generieren. Zusammenfassend zeigt sich, dass die Bevölkerungsforschung für ihre Messbarmachung von Gesellschaft sowie für ihre Bevölkerungsprognosen und politischen Handlungsempfehlungen Individuen kategorisiert (Frau/Mann/jung/alt/usw.) und Handlungserwartungen an sie knüpft. Der Begriff „Bevölkerung“ dient in diesem Zusammenhang der Unterwerfung individueller Lebensentwürfe unter die Bedürfnisse des Staates nach Bestandserhaltung.
Literatur
Kröhnert, Steffen/Nienke Van Olst & Reiner Klingholz (2005): Deutschland 2020. Die demografische Zukunft der Nation. Berlin: Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung.
Kutschera, Franz von (1977): Das Hume'sche Gesetz. Grazer philosophische Studien 4: 1-14.
Michel, Harald (2009): Biographisches Lexikon zur Geschichte der Demographie. Berlin: Dunker & Humblot.
Vormbusch, Uwe (2007): Die Kalkulation der Gesellschaft. In: Mennicken, Andrea & Hendrik Vollmer (Hrsg.): Zahlenwerk. Kalkulation, Organisation und Gesellschaft. Wiesbaden: VS, 43-63.
Spiegel Online (12.02.2015)
spiegel.de/panorama/gesellschaft/papst-franziskus-wer-keine-kinder-bekommt-ist-egoistisch-a-1018008.html
Faz (08.02.2010)
faz.net/aktuell/politik/europaeische-union/demographievergleich-frankreich-altert-deutschland-vergreist-1936373.html
NZZ (06.04.2010)
nzz.ch/aktuell/startseite/demographische-zukunft-der-schweiz-1.5385931
NZZ (03.06.2014)
nzz.ch/wirtschaft/wirtschafts-und-finanzportal/drei-kinder-familie-soll-zum-staatsziel-werden-1.18314834
Zeit blog (14.01.2015)
blog.zeit.de/china/2015/01/13/chinas-zwei-kind-politik-stockt
Süddeutsche Zeitung (26.11.2011)
sueddeutsche.de/politik/demographiebericht-deutschland-wird-zum-fliegenpilz-1.1174262
Die Welt (10.07.2013)
welt.de/wissenschaft/article117918785/Nicht-nur-Europa-die-ganze-Welt-vergreist.html
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