Ebenfalls veröffentlicht in Französisch, Englisch, Griechisch, Italienisch und Spanisch Januar 2021 #19 |
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Wir wünschen Ihnen ein wundervolles neues Jahr voller Frieden, Freude und guter Gesundheit! Ein Mensch ging zu einem Mahatma (großer Heiliger). "Herr, ich will Frieden!" Der Mahatma antwortete nicht. "Herr, du hörst mir nicht zu, ich bin sehr unglücklich und will Frieden!" Wieder blieb der Mahatma ruhig sitzen. Nun empörte sich der Kerl. "Herr, du hilfst mir überhaupt nicht!" "Was?" "Ich will Frieden, bitte!" Daraufhin sagte der Mahatma: "Was auch immer du mich gefragt hast, sag es bitte nochmals langsam. Ich höre schlecht und bin langsam im Verstehen." So sagte er: "Herr, ich will Frieden." Da sagte der Mahatma: " Lass das "Ich" weg und das "will", was bleibt dann?“ |
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Interview mit Sri Acharya T.K. Sribhashyam ( 2. Teil ) von Aurelia Debenedetti, veröffentlicht im italienischen Magazin Arti d'Oriente im Jahr 2000 aus dem Englischen übersetzt von Elisabeth Volk Frage: Weil sie angezogen sind von technischen Stellungen und Pranayama, tendieren westliche Menschen dazu, sich dem Yoga anzunähern, und erst später entdecken sie, dass es, auf der Grundlage dieser Disziplin, theoretische Aspekte gibt. Welchen Zusammenhang gibt es zwischen der Praxis und den theoretischen Aspekten? Antwort: Westliche Menschen lieben alles, was mit dem Körper verbunden ist. Durch den Gebrauch des Körpers und Atems entwickelt sich das Körperbewusstsein weiter. Das Leben unterliegt einem sehr schnellen und unerbittlichen Tempo. In den Yogakursen dagegen entdeckt man, dass es möglich ist, in einem langsameren und entspannteren Tempo zu leben. Die Yogastunde ist eine Unterbrechung unseres Arbeitsalltags, sie ist eine verlangsamte, regenerierende Stunde, die uns den Eindruck von Entspannung vermittelt. Jeder weiß außerdem, dass mit einer besseren Atmung, Entspannung auf physischer, mentaler und emotionaler Ebene eintritt. Wenn westliche Schüler diese Erfahrung machen, sind sie ab da interessiert und beginnen damit, sich selber Fragen zu stellen und wundern sich, dass eine so offensichtlich einfache Praxis so nützlich sein kann, und darüber, worauf sie gründet. Sind wir physisch und mental entspannter, erkennen wir, dass es da etwas in uns gibt, was wir in unserer alltäglichen Routine tendenziell ausblenden. Wir entwickeln Bewusstsein für einen weniger konkreten, tieferen Teil in uns. Die konzeptuellen und philosophischen Grundlagen darzulegen und zu verstehen, ist eine große Hilfe. So, wie das Gehen mit nur einem Bein anstelle von zweien uns langsamer macht, so ist unser Weg einfacher, wenn wir die Grundlagen der Praxis kennen. Frage: Könnten Sie eine praktische Übung empfehlen, welche die Fähigkeit zur Aufmerksamkeit und Konzentration steigert? Antwort: Um die mentale Aufmerksamkeit zu erhöhen genügt es, entweder auf den Fersen, mit gekreuzten Beinen oder sogar auf einem Stuhl zu sitzen. Es ist wichtig, dass der Rücken wirklich aufgerichtet ist, falls nötig, lehnt man sich an eine Wand an. Entscheidend ist, dass der Rücken ganz gerade und der Kopf leicht gesenkt und der Blick mit halb geöffneten Augen ruhig zum Boden gerichtet ist, so dass wir kein bestimmtes Objekt in unser Blickfeld eintreten lassen.Diese Haltung für ein oder zwei Minuten ausführen und die Übung oft wiederholen hilft, den mentalen Fokus aufzubauen. Frage: Wie können wir Panik meistern oder reduzieren, Lampenfieber, das einer Veranstaltung, Rede, Konferenz vorausgehen kann? Antwort: Wichtig ist zu erkennen, dass die Emotion, die wir als "Lampenfieber bezeichnen, eine notwendige Emotion ist, wenn wir vor einer Gruppe von Menschen stehen, uns in einem Wettbewerb, in der Öffentlichkeit befinden. Im Falle eines Schauspielers, Konferenzredners oder Athleten, kann das Lampenfieber das eigene Verhalten beflügeln. Es ist nicht immer sinnvoll das Lampenfieber ganz und gar auszuschalten. Aber es sollte nicht paralysierend wirken, wie ein schwarzes Loch oder ein Trauma. Ursache für das Lampenfieber ist Angst und sie wurzelt in dem Bedürfnis, keine Erwartungen zu enttäuschen. Es gibt verschiedene Wege, seine negativen Aspekte einzugrenzen; in Indien erweckt man Gott oder den Lehrer, den spirituellen Begleiter. In den Kampfkünsten und im Sport wird unsere Panik vom Respekt für die Seele des Anderen, den Gegner, der sich vor uns befindet, begrenzt. Eine hilfreiche Übung, um diese Kontrolle zu erhalten, ist das Sitzen, wie vorhin beschrieben, mit geschlossenen Augen, den inneren Blick so weit weg wie möglich gerichtet, ohne Bilder zu erzeugen und normal zu atmen, ohne dabei den Atem zu fokussieren. Für ungefähr 30 Sekunden so bleiben und den inneren Blick auf einen Punkt in unendlicher Entfernung richten, so weit weg wie möglich. Frage: Wie soll man sich morgens am besten auf den bevorstehenden Tag vorbereiten und wie am Abend, um die beste Ruhe zu finden? Antwort: In Indien sagen wir, man soll mit dem richtigen Fuß aufstehen. Die Indische Tradition empfiehlt, den allerersten Gedanken auf Gott zu richten, dann sehen wir für einige Sekunden auf die Handflächen, die wir geöffnet vor unsere Augen halten, danach entleeren wir die Blase, putzen die Zähne und waschen das Gesicht mit lauwarmem Wasser. Das sind die ersten fünf Dinge, die wir gemäß der Tradition und Medizin tun. Eine Hand repräsentiert die Seele, die andere Gott, so dass wir beim Aufwachen unsere Seele und Gott gleichzeitig anschauen. Am Abend, wenn wir zu Bett gehen, empfiehlt die Indische Tradition, Gott erneut wachzurufen. Die Indische Psychologie sagt, dass der letzte Gedanke zur Nacht der Anfang unserer Gedanken des folgenden Tages sein wird. Wenn wir also vor dem Schlafen zuallerletzt an Gott denken, wird das der Motor für die Gedanken beim Wachwerden sein. Wenn wir nicht an Gott glauben, empfiehlt es sich, die Sonnenscheibe wachzurufen oder den Mond, bevor wir einschlafen. |
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Panchagavya - der Reiniger schlechthin von Gabriel Gabriel aus dem Französischen übersetzt von Elisabeth Volk Im Ayurveda ist man der Ansicht, dass lange Reisen bestimmte Unreinheiten in Körper und Geist hervorrufen. In der Bruhad Aranyaka Upanishad (1-3,10), steht geschrieben: "Und diese Gottheit (Prana) verscheuchte Mrityu, die Böse der Gottheiten, indem sie sie ans Ende dieser Welt verbannte, wo sie all ihre Bosheiten hinterlegte. Darum soll man es vermeiden, zu den Völkern ans Ende der Welt zu gehen, aus Angst, Mrityu, der Bösen, wieder zu begegnen." Panchagavya, ein sehr altes Heilmittel, das schon in den Veden erwähnt ist, erlaubt Unreinheiten, die langen Reisen geschuldet sind, auszuscheiden. Pancha bedeutet "fünf" und Gavya bezeichnet das, was von der Kuh kommt. Sushruta Samhita und Charaka Samhita, die beiden großen klassischen Abhandlungen im Ayurveda, erklären und entwickeln die Begriffe, die auch schon im Rig Veda und Atharveda vorliegen. Ein Parishishta des Atharva Veda trägt die Überschrift "Die Abhandlung vom Ritual der Reinigung" (Brahmakurchavidhi); dieses Parishishta erwähnt Panchagavya, indem es die Elemente aufzeigt aus denen sie besteht: - Payas, Milch - Dadhan, Joghurt - Ghruta, Ghee, geklärte Butter - Gomutra, Urin der Kuh - Gomaya, Kuhdung Die fünf Produkte werden vermischt und eingenommen um Körper und Geist von Unreinheiten zu reinigen; egal, welchen Ursprung diese haben. Kuhdung, Gomaya, verwendet man übrigens im Ayurveda, um bestimmte psychiatrische Erkrankungen zu heilen. Der Patient muss einige Minuten täglich barfuß im Kuhdung laufen. Der Grund für die psychiatrischen Erkrankungen, die in den Abhandlungen des Ayurveda erwähnt werden, ist ein Übermaß an Hitze (Ushna) auf dem Niveau des Kopfes. Die Qualität kühl (Shita) des Kuhdungs erlaubt das Übermaß an Hitze zu reduzieren, welche die psychischen Beschwerden bewirkt. In den Samhitas werden auch andere psychiatrische Erkrankungen beschrieben, die Elefantendung zur Behandlung benötigen. Bei den Opferritualen benutzt man oft Ghee, Ghruta z.B. als Opfergabe im häuslichen Ritual. Ghee resultiert aus 45 Minuten langem Kochen von Butter. Dieser Vorgang ermöglicht, Ghee vom festen Bestandteil zu trennen, den man weder zum Kochen, noch für die Zubereitung von Panchagavya oder anderen ayurvedischen Arzneimitteln verwendet. Die Butter stellt man nicht aus Süßrahm, sondern aus Sauerrahm her. Milch verarbeitet man zu Joghurt mit Hilfe von Tamarinde (Amlika), den Rahm des Joghurts (= Sauerrahm) schlägt man zu Butter, die anschließend gekocht wird, um Ghee zu erhalten. Nehmen wir zur Kenntnis, dass der Ayurveda Milch als ein Nahrungsmittel für den Menschen betrachtet, auf das man, im Gegensatz zu der neuerdings verbreiteten Ansicht in der westlichen Welt, nicht verzichten kann, und zwar lebenslänglich. Milch und Joghurt, von Kindheit an konsumiert, verhindern im Alter das Entstehen einer Erkrankung, die man Asthikshaya nennt, was übersetzt "Osteoporose" heißt: Käse kann die beiden Nahrungsmittel nicht ersetzen, um Asthikshaya zu vermeiden. In der Landwirtschaft wendet man Panchagavya auch an, um den Boden zu reinigen. Während des Festivals Shivarati, Shiva's Nacht, das im Februar oder März, je nach Jahr, stattfindet und an welchem man die Hochzeit des Gottes Shiva mit der Göttin Parvatha und gleichzeitig den kosmischen Tanz von Shiva (Tandava) zelebriert, reibt man das Gottessymbol, den Linga, mit Panchagavya ein, was die heilige Eigenschaft des Reinigungsmittels unterstreicht. Seit der Zeit der Veden benutzt die Indische Medizin Mineralien, Metalle und Edelsteine zu therapeutischen Zwecken. Bestimmte Metalle, wie Quecksilber und Arsen, sind besonders giftig und dürfen beim Verlassen des Dünndarms nicht ins Blut übergehen. Es gibt verschiedene Verfahren, damit diese Metalle gefahrlos absorbiert werden können, darunter Shodhana, die Reinigung, und Panchana, das Kochen. Dank Panchagavya, dem Hauptverfahren, welches im Ayurveda angewandt wird, schwächt man die Toxizität dieser Metalle ab. Sie werden intensivem Kochen unterzogen. Das Reinigen und Kochen wiederholt man mehrere Male, damit die Metalle vollständig ungiftig werden und die Wirksamkeit gegenüber bestimmten Erkrankungen erhöht wird. Den Prozess des wiederholten Reinigens und Kochens nennt man Amrutakarna, was "Umwandlung in Amruta (Likör der Unsterblichkeit)" bedeutet. Die Medikamente, die man ab da aus den gereinigten Metallen erhält, heißen Daivi Chikitsa, " Göttliche Arzneien." |
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Upadesha Sahasri (Tausend Lehren) von Shankaracharya, von William Altman - 5 - aus dem Französischen übersetzt von Elisabeth Volk 2016 bat mich Sri Sribhashyam, die Verse des Kapitels 19 aus dem Upadesha Sahasri (Tausend Lehren) von Shankaracharya zu übersetzen und sie zu kommentieren. Die Abschnitte in Schrägschrift entsprechen unserer freien Übersetzung der Verse der englischen Version: "Tausend Lehren" von Swami Jagadananda Ed. Sri Ramakrishna math. Diese Verse gibt es auch in einer französischen Version: "Les mille enseignements", aus dem Englischen übersetzt von Anasuya. Ed. Arfuyen. Nachdem Sri T.K. Sribhashyam von uns gegangen war, habe ich aufgehört die Studie zu veröffentlichen, jetzt greife ich sie wieder auf. Wenn Sie an der Studie interessiert sind, können Sie die ersten vier Veröffentlichungen in den E - Newslettern Nr. 4 bis 8 finden. Die Studie profitiert von Sri T.K. Sribhashyams Ratschlägen und Unterstützungen, sie hätte ohne ihn nie das Tageslicht erblickt, und ich danke ihm von ganzem Herzen. Kapitel 19 der Abhandlung "Tausend Lehren" trägt den Titel "Dialog zwischen Seele und Geist". Im Aphorismus Nr. 4 in diesem Kapitel warnt uns Shankaracharya vor diesem Geist, der Ursprung all unserer Handlungen, Gedanken, dem inneren Antrieb usw. ist. Indem er zum Hauptdarsteller unseres Daseins wird, er, der nur vergänglich ist und sich auf temporäre Elemente stützt, führt er uns zu einem falschen und illusorischen Verständnis der Wirklichkeit. 4/ Jener, der von Natur aus sich über den sechs unaufhaltsamen Wellen unserer Existenz (1) befindet, ist, nach den Aussagen der Shrutis (2), das Selbst (die Seele) jedes Einzelnen und dasjenige des Universums. Genau das habe ich auch aus anderen Quellen des Wissens gelernt. Folglich sind alle deine Bemühungen vergeblich. In diesem Vers gibt uns Shankaracharya zu verstehen, dass die Seele die einzige Wesenheit über die sechs unaufhaltsamen Wellen unserer Existenz ist. Die individuelle Seele (von uns allen) und die universelle Seele (des gesamten Universums). Shankaracharya hält dieses Wissen für genauso gut, wie das der göttlichen Offenbarungen, welche die Weisen der alten Zeiten (die Rishis) empfangen haben, wie das der Texte der traditionellen Indischen Philosophie, welche da sind: Die Veden, die Upanishaden, die Bhagavad Gita, die Brahma – Sutras, etc. ... Diese Texte bestätigen, dass die Seele weder Geburt noch Tod kennt, sie ist ungeboren, ewig und unveränderbar, ist also keinem Element der materiellen Welt unterworfen oder wird von ihm berührt. Umgekehrt erfährt der Geist die unaufhaltsamen Wellen unserer Existenz: Hunger und Durst, (die unerlässlich sind für das menschliche Überleben), Krankheit, Ignoranz (auf den Geist bezogen), dann noch das Alter und der Tod des Körpers (charakteristische Eigenschaften jedes Lebewesens). Warum sollen wir uns auf die Elemente stützen, welche unser Dasein bestimmen und auf die Funktionen des Geistes, Manas, Ahamkara und Buddhi (3), die schwankend und den Unwägbarkeiten ihrer zeitlich begrenzten Beschaffenheit unterworfen sind, und uns gezwungenermaßen die Konsequenzen aus diesen Schwankungen erfahren lassen? Die Konsequenzen einer Handlung, eines Gedankens, sind Abbildungen des inneren Antriebs, aus dem sie geschaffen wurden. Shankaracharya erklärt uns, dass alle Anstrengungen des Geistes vergeblich sind, da sie verhindern, uns mit unserer Seele zu verbinden. Nur mit einem Geist, der unserer Seele dient, können wir zu unserer essenziellen und grundlegenden Natur vordringen. Die Seele befindet sich außerhalb aller Banalitäten und Veränderungen, die Geist, Körper und äußere Umstände uns auferlegen. Dann hören wir auf, die Auswirkungen unserer Handlungen zu erfahren, deren anfänglicher innerer Antrieb sie hervorgebracht und uns in die Irre geführt hat. (1) Hunger, Durst, Krankheit, Ignoranz, Alter, Tod (2) Shrutis sind Texte, die sich von einer Wahrnehmung, direkter Eingebung, transzendentem Wissen oder göttlicher Erfahrung ableiten und von den Rishis (den großen Weisen) an uns weitergegeben wurden. (3) Manas, Ahamkara und Buddhi sind in der Indischen Philosophie die drei inneren Funktionen des Geistes. Sie unterscheiden sich von der Seele, da sie den Elementen der materiellen Welt unterliegen. - Manas kann man als Geist bezeichnen. - Ahamkara ist mit dem Ich - Sinn, dem Ego, verknüpft. - Buddhi definiert sich als Intellekt und ist mit der Reflexion, dem Unterscheidungs-vermögen, verbunden. |
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